Konzept

Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 16:01 Uhr

Geschichte und Konzept von Waldkindergärten

Die Idee des organisierten Waldkindergartens entstand vor etwa 45 Jahren in Dänemark. In Deutschland wurde der erste Waldkindergarten 1993 in Flensburg gegründet. In der darauffolgenden Zeit entstanden im gesamten Bundesgebiet Wald- und Naturkindergärten in verschiedensten Formen.

Der Natur- und Waldkindergarten Zwergenwinkel in Freising wurde im Jahr 2000 durch die Initiatorin Ute Eckstädt gegründet.

 

 

Warum die Natur so wichtig ist für unsere Kinder


Für Kinder wird die Möglichkeit unsere Natur bewusst zu erleben immer eingeschränkter. Sogar in der Freizeit fehlt vielen Familien hierfür die ausreichende Zeit. In der Waldspielgruppe haben die Kinder die Möglichkeit die Natur zu erleben und zu begreifen.
Unserer hektischen konsum- und arbeitsorientierten Gesellschaft bietet der Wald

  • einen praktisch unbegrenzten Raum,
  • eine Vielfalt von Bewegungsmöglichkeiten,
  • ein reichhaltiges Angebot an natürlichen und kostenfreien Spielmöglichkei-ten, Rückzugsmöglichkeiten in ausreichendem Maße
  • und eine sich mit den Jahreszeiten stetig verändernde Umgebung, die der ständigen Reizüberflutung unserer Kinder entgegenwirkt.

Viele Bereiche der Entwicklung des Kindes werden im Wald auf ganz natürliche Art und Weise angesprochen und gefördert!

 

Sinnesentwicklung

Der Wald und die Natur bieten einen Reichtum an Erfahrungsmöglichkeiten, die dem grundlegenden Bedürfnis des Kindes nach umfassenden, sinnlichen und sinnhaften Erfahrungen entsprechen.

Wir erleben die Natur mit allen fünf Sinnen:

  • Wie riecht der feuchte Waldboden, das Harz des Baumes oder ein typischer Som-mertag im Wald? Gerüche verankern sich tief in unserem Unterbewusstsein und lassen noch viele Jahre später Erinnerungen in uns aufleben.
  • Wir lauschen, wie der Wind die Bäume bewegt, mal ganz sanft mal so wild, dass wir uns lieber zurückziehen. Wir hören ganz unterschiedliche Tierlaute und unsere eigenen Schritte wenn wir durch Pfützen patschen.
  • Wir sehen, wie sich die Natur in einer immer neuen Farbenpracht präsentiert; wie wunderschön eine Vogelfeder oder eine Waldblume sein kann.
  • Wir fühlen das weiche Moos und die raue Baumrinde in unseren Händen.
  • Wir lernen auf dem unebenen Waldboden zu laufen, balancieren auf liegenden Baumstämmen und versuchen uns im Wald zu orientieren.

 

Sozialverhalten und Gemeinschaftssinn

Der Wald bietet uns unbegrenzten Raum, sehr viel Freiraum und dennoch suchen wir die Nähe der Gruppe, um uns nicht verloren zu fühlen. Grenzen und Regeln geben uns den notwendigen Halt, um mit dieser Freiheit umzugehen. Ebenso der sich immer wiederholende Tagesablauf gibt uns Sicherheit und Vertrautheit.
Viele Aufgaben, welche uns bevorstehen sind nur gemeinsam zu bewältigen. Jedes Kind lernt so seine Kräfte und Fähigkeiten kennen und schätzen. Dies stärkt ganz enorm das Selbstbewusstsein.
Streit stresst uns viel weniger in der Grenzenlosigkeit und Weite des Waldes, Wir haben die Möglichkeit auszuweichen und mögliche Aggressionen sofort in Bewegung umzusetzen.

Gesundheit

Bewegung an der frischen Luft stärkt unser Immunsystem und härtet uns ab. Die Muskeln werden kräftiger durch laufen, klettern, toben, hüpfen und durch Laubhaufenkugeln.
Haltungsschäden werden vorgebeugt. Das Herz-Kreislaufsystem wird angeregt und optimal mit Sauerstoff versorgt. Es entwickelt sich ein gesunder Appetit, den wir natürlich mit gesunden Lebensmitteln befriedigen. Körpergefühl und Motorik werden ideal ausgebildet. Wir bewegen uns bald sicher auf allen Unebenheiten welche die Natur uns bietet.

 

Kreativität und Phantasie

Der Wald schenkt uns natürliches Spielmaterial, je einfacher dieses Material, desto kreativer wird sich das Kind entwickeln. Die ganz natürlich in jedem Menschen angelegte Phantasie bekommt den notwendigen Raum, um sich zu entfalten. Zapfen, Rinde, Federn oder Bucheckern werden zu Gegenständen des Alltags, zu Tieren oder Puppen. Das Spiel bekommt dadurch unbegrenzte Möglichkeiten und Varianten, deren Vielfalt keine Langeweile aufkommen lässt.
Wir werden empfänglicher für die Harmonie und Schönheit um uns herum.

Die Möglichkeiten der Spiele sind im Wald nahezu unbegrenzt. „Spielsachen“ mit einem hohen Aufforderungscharakter sind in Hülle und Fülle vorhanden. Die Dinge des Waldes gehören zum Kreislauf der Natur und besitzen den unschätzbaren Wert, die Phantasie und die Kreativität anzuregen.

Musisches Erleben

Wir singen, spielen, basteln, bauen und feiern zusammen. Lieder und Verse strukturieren unseren Ablauf. So werden in der Regel auch die unterschiedlichen Sequenzen eingeleitet.

Kennenlernen der Natur

Die Kinder begreifen in der Natur Zusammenhänge. Sie entdecken an Pflanzen und Tieren Veränderungen im Laufe der Jahreszeiten. In Gesprächen, Spielen, Geschichten und Bildern kann das Erlebte gefestigt und vertieft werden.

Im Wald erleben die Kinder hautnah den Lauf der Jahreszeiten und lernen den natürlichen Rhythmus der Natur kennen. Die Stimmungen im Wald wechseln durch die Launen des Wetters. Die Kinder lernen diese Stimmungen für sich und ihr Spiel nutzbar zu machen. Es entsteht eine Basis für den ausgeglichenen Umgang mit eigenen Stimmungen und ihrer kindlichen Intuition.

Aktualisiert ( Freitag, den 28. Januar 2011 um 11:22 Uhr )
 
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